Inspiration im leuchtenden Raum – TIBO lädt zum ersten After Work-Talk in Bad Oldesloe

„Immer, wenn der Bildschirm im Pop-Up leuchtet, ist hier der coolste Raum Bad Oldesloes.“ So beschreibt Bänker Torben Schmahl (45) den Coworking Space am Konrad-Adenauer-Ring 1.

„Immer, wenn der Bildschirm im Pop-Up leuchtet, ist hier der coolste Raum Bad Oldesloes“

Am Donnerstag war der ehrenamtliche Bürgermeister von Rümpel beim ersten After Work-Talk der Transformations- und Innovationsgenossenschaft Bad Oldesloe (TIBO) dabei.

Neben Städten wie London und Lissabon gehört jetzt auch Bad Oldesloe zu den sogenannten Fast & Curious-Circles, die sich von den Gründerinnen Lea-Sophie Cramer und Verena Pausder und deren Business-Podcast über Unternehmertum, Aktuelles aus der Gründerszene, Investments, Wirtschaftstrends – und das Leben inspirieren lassen.
Immer mehr Menschen trudeln ein – ob aus Lübeck, Wentorf oder Geesthacht. Schließlich unterhalten sich nach einem einführenden Catch Up‘ (analog zum Podcast) 19 Personen aus den verschiedensten Bereichen bei Snacks und Kaltgetränken angeregt über die Frage „Was würde ich machen, wenn ich ein Jahr Zeit geschenkt bekomme?“ Manch Gast kommt beim spannenden Kennenlernen gar nicht zum Beantworten der Frage; andere nennen etwa „Gründen“ oder „Reisen“. Wie kam es zum After Walk Talk? In Folge 64 des Podcasts sind diese kleinen Zirkel entstanden, weil Cramer und Pausder von ihren Hörern begeistert waren. TIBO ist fasziniert von Bad Oldesloe und der hiesigen Region und möchte junge Eltern, Neuzugezogene sowie all diejenigen Menschen, die Bad Oldesloe neu denken wollen, ansprechen. Deshalb soll dieser zwanglose Austausch nun regelmäßig stattfinden. Flugs geht es weiter in denDeep Dive‘, dem Thema des Auftaktabends: Go first!‘ (Podcast Fast & Curious, Folge 70) – Darüber, was es bedeutet, der oder die Erste zu sein. Die Diskussion über den Gründer-Spirit ist spannend. Zu der Frage: „Wann schlagen Handelnde Träumer?“ (Zitat Podcast:Because doers beat dreamers‘) entwickelt sich eine lebhafte Debatte. „Wer tut, schlägt die Träumer“, sagt Dorina Bausch (30) vom Work Kontor Ahrensburg. „Ich schaffe aus einem langweiligen Arbeitsort ein cooles Büro“, beschreibt sie ihre Gründung. Die Entscheidung zu gründen sei richtig gewesen, das Geschäft laufe. „Mein Verständnis von Arbeit war vorher nicht erfüllt“, so die Juristin. Auch Lenea Martens ist aus Frust zu Gründerin geworden: „Jetzt mache ich es so, wie ich es will und beweg‘ was“, sagt die gelernte Marketing-Kauffrau aus Ahrensburg, die das Gründen keinen einzigen Tag bereut. Ihre Werbeagentur nennt sich Rimagine Media, sie arbeitet im Coworking-Space von Dorina Bausch. „Gründung ist die krasseste Persönlichkeitsentwicklung, die man machen kann“, so die 31-Jährige. Neugründer*innen rät sie: Es ist wichtig sich davon zu lösen, was Andere von einem denken.“

Dorina Bausch und Silke Schiemann

Frust und Krankheit war auch die Gründungsmotivation von Silke Schiemann. „Die Beharrungskräfte des öffentlichen Dienstes, das Festhalten an Altbewährtem haben mich genervt“, sagt die 45-Järige aus Wentorf. Nun berät die Ex-Beamtin den Öffentlichen Dienst hinsichtlich Digitalisierung. Die zweite Hälfte ihres Berufslebens sollte anders werden. Doch auch der Wunsch, Neues zu probieren kann zur Gründung führen. Und Go first!‘ meint nicht nur Riesenschritte, sondern auch kleinere, wie Jemanden zuerst fragen oder das Erste Mal für sich selbst Fliesen verlegen und dem einen Wert beimessen… Was wünschen sich die Gäste des ersten After Walk-Talks von TIBO? Dass die Genossenschaft „dem Fachkräftemangel begegnet“, sagt Dr. Manja Heller von der SSW Group. Die 37-Jährige aus Geesthacht ist mit Hund Hoppig da und sieht TIBO als „einen First-Mover, den wir brauchen.“ Ihr Unternehmen suche gute Leute, könne aber diesbezüglich nicht mir Riesenunternehmen mithalten. „Deshalb brauchen wir Menschen, die lernen wollen und dafür regional Möglichkeiten erhalten“, so die gebürtige Leipzigerin. Für Dorina Bausch ist es wichtig, „dass TIBO Räume schafft für Menschen, die etwas ausprobieren wollen.“ Sie wünscht sich, dass das Format After Walk Talk bestehen bleibt und sieht die Initiative als Sicherheitsnetz. Für Lenea Martens ist die Genossenschaft Anker und Punkt zum Austausch mit anderen Menschen. „So ein Netzwerk fehlt mir bisher.“ Torben Schmahl wünscht sich von TIBO „die Fähigkeit, Menschen weiter zu begeistern und digitale Kraft“ Auch als Bürgermeister über 1.300 Einwohner sei digitale Kommunikation wichtig, man treffe nicht Jeden. So der Leiter der Finanzabteilung der Volksbank Stormarn.

Kai Aagardt wünscht sich von TIBO „ein vielfältiges Angebot“, so der Schulleiter der Beruflichen Schule des Kreises Stormarn in Bad Oldesloe. Es helfe schon, dass die Schüler mal rauskämen. „95 Prozent der Schüler wissen nicht, welches Profil sie haben, was sie interessiert, wo sie sich sehen“, so der 52-Jährige aus Lübeck. Er bemängelt die Mobilität der Oldesloer beim Einkaufen Richtung Hamburg und Citypark. Hier könnte mehr Dynamik – etwa hinsichtlich innovativer Gründungen in der Fußgängerzone wohl einen Beitrag leisten. Auch eine ArtPersonality Coaching‘ mit Angeboten wie beispielsweise angewandte Mathematik, Kreativität mit Künstlicher Intelligenz oder einer Experimentier-Arena, auf der handwerkliche Fertigkeiten erprobt werden dürfen seitens TIBO wäre denkbar. Mentoren aus der Wirtschaft könnten wohl dabei helfen, künftige Fachkräfte zu gewinnen und beispielsweise dabei unterstützen durch Gaming Kompetenzen wie Risikobereitschaft und Teamfähigkeit zu entwickeln und diese für bestimmte Jobs auch gewinnbringend zu verkaufen. Passend hierzu das „Letzte Wort“ des Talks: „Die Welt verändert sich durch Dein Vorbild, nicht durch Deine Meinung.“ (Paulo Coelho).

Ein rundum gelungener Auftakt


Zum Schluss sind sich Alle einig, dass das Potenzial des Abends fortgeführt werden soll. Der Begriff `think tank Bad Oldesloe‘ fällt. Stellvertretend für die anderen Gäste sagt Kai Aagardt: „Ich bin nächstes Mal wieder dabei!“ Daraufhin verlässt er den hell erleuchteten Coworking-Space, die inspirierten Gesichter, das neu gedachte Bad Oldesloe und fährt gen Lübeck.

TEXT: JOHANNA EGGERT

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